LieferplattformenVeröffentlicht · 6 Min. Lesezeit

Uber Eats Provision Schweiz: die Rechnung pro Bestellung

Anders als Just Eat veröffentlicht Uber Eats seine Gebühren für Restaurants in der Schweiz auf einer eigenen Preisseite. Drei Modelle stehen dort: 32 Prozent pro Bestellung, wenn Kuriere aus dem Netzwerk von Uber liefern, 15 Prozent, wenn Ihr eigenes Personal liefert, und 15 Prozent für Abholung. Dazu kommt eine einmalige Aktivierungsgebühr von CHF 600. Dieser Artikel rechnet die drei Modelle mit Beispielwerten durch und zeigt, worauf Sie im Vertrag achten sollten.

Papiertüten mit Bestellungen am Pass einer Restaurantküche, eine Hand im Handschuh nimmt eine davon

Die Sätze laut Uber Eats

Stand der Schweizer Preisseite von Uber Eats, abgerufen am 11. Oktober 2026. Uber nennt die Sätze dort Liefergebühr. Gemeint ist die Gebühr, die das Restaurant pro Bestellung an Uber zahlt, nicht die Liefergebühr des Gastes. Das Modell mit Uber-Kurieren heisst auf der deutschen Seite Hell, auf der englischen Light.

ModellGebührmit Uber One
Hell, Kuriere von Uber liefern32 %35 %
Plus, Ihr eigenes Personal liefert15 %13 %
Abholung, der Gast holt ab15 %nicht genannt

Die rechte Spalte gilt für Bestellungen von Uber-One-Mitgliedern.

Die Aktivierungsgebühr beträgt einmalig CHF 600. Darin sind Tablet, Drucker, Menüerstellung, professionelle Fotos, Fensterkleber, ein Willkommenspaket und eine Schulung per Telefon enthalten. Wer auf einzelne Leistungen verzichtet, zahlt laut Uber weniger.

Die Sätze passen zu dem, was Restaurants früher berichtet haben. 2019 nannte das GastroJournal rund 30 Prozent pro Bestellung. 2021 bestätigten mehrere Restaurants gegenüber 20 Minuten rund 30 Prozent, und Uber nannte rund 15 Prozent für Restaurants mit eigener Lieferung.

Uber One: der teurere Teil der Bestellungen

Uber One ist das Abo für Gäste. Es kostet CHF 14.90 im Monat oder CHF 149 im Jahr, dafür zahlen Mitglieder keine Liefer- und keine Servicegebühr (Stand Dezember 2023). Für das Restaurant gilt im Modell Hell bei diesen Bestellungen ein Satz von 35 statt 32 Prozent. Im Modell Plus ist es umgekehrt, dort sinkt der Satz auf 13 Prozent.

Bei CHF 42 Bestellwert kostet eine Bestellung eines Mitglieds im Modell Hell CHF 1.25 mehr als eine normale. Je grösser der Anteil der Abonnenten an Ihren Bestellungen, desto höher liegt Ihr durchschnittlicher Satz. Rechnen Sie deshalb mit Ihrem tatsächlichen Mix, nicht mit 32 Prozent.

Die Rechnung pro Bestellung

Die Rechnung unten zeigt die drei Modelle mit denselben Werten. Die Sätze stammen von der Preisseite, alle übrigen Zahlen sind Beispielwerte. Die eigene Lieferung ist mit einem Fahrer zu CHF 32 pro Stunde inklusive Nebenkosten gerechnet, rund vier Lieferungen pro Stunde, dazu Fahrzeug und Leerzeit.

CHF pro BestellungHellPlusAbholung
Bestellwert42.0042.0042.00
Gebühr, 32 % und 15 %13.456.306.30
Eigene Lieferung0.009.000.00
Wareneinsatz, 30 %12.6012.6012.60
Verpackung1.801.801.80
Bleibt14.1512.3021.30

Bleibt heisst hier: was vor Zubereitung, Aktionen, Werbung und Fixkosten übrig ist.

Zwischen Hell und Plus liegen 17 Prozentpunkte. Bei CHF 42 Bestellwert sind das CHF 7.15 pro Bestellung. So viel darf die eigene Lieferung höchstens kosten, damit sich das Modell Plus lohnt. Im Beispiel kostet sie CHF 9.00, also lässt das Modell Hell CHF 1.85 mehr übrig.

Wie bei Just Eat kippt die Rechnung mit Bestellwert und Lieferdichte. Bei CHF 70 Bestellwert sind 17 Prozentpunkte schon CHF 11.90, dann rechnet sich die eigene Lieferung zu CHF 9.00. Am deutlichsten ist der Unterschied bei der Abholung: Bei gleichem Satz wie Plus fällt keine Lieferung an, und jede Abholung statt einer Lieferung durch Uber lässt im Beispiel CHF 7.15 mehr übrig.

Die Aktivierungsgebühr fällt nur einmal an. Bei 300 Bestellungen im ersten Monat sind das CHF 2 pro Bestellung, danach nichts mehr.

Uber Direct für Bestellungen über die eigene Website

Für Gäste, die direkt bei Ihnen bestellen, bietet Uber einen zweiten Weg an: Uber Direct. Kuriere von Uber liefern Bestellungen aus Ihrer eigenen Website, App oder per Telefon, ohne Provision, ab CHF 6.50 pro Lieferung. Je nach Distanz, Tempo und Anbindung kann es mehr sein. Bei CHF 42 Bestellwert entspricht der Einstiegspreis etwas mehr als 15 Prozent, also etwa dem Satz von Plus, aber ohne eigenes Lieferpersonal. Und weil der Preis pro Lieferung gilt, wird er mit grösseren Bestellungen relativ günstiger. Der Haken: Neue Gäste bringt Uber Direct nicht, die müssen Ihre Website schon kennen.

Sechs Punkte für die Vertragsprüfung

  1. Modell je Standort. Welches Modell für welchen Standort gilt und ob Sie es wechseln können.
  2. Bemessungsgrundlage. Bestellwert mit oder ohne Mehrwertsteuer, vor oder nach Rabatten.
  3. Anteil Uber One. Wie viele Ihrer Bestellungen von Mitgliedern kommen und zu welchem Satz sie abgerechnet werden.
  4. Aktivierung. Welche Leistungen Sie brauchen und um wie viel die Gebühr ohne die übrigen sinkt.
  5. Aktionen und Werbung. Wer Rabatte trägt, was gesponserte Platzierungen kosten und wie sie abgerechnet werden.
  6. Laufzeit und Kündigung. 2021 sagte Uber gegenüber 20 Minuten, eine Kündigung sei meist innerhalb eines Monats und ohne Strafe erledigt. Prüfen Sie, was Ihr Vertrag heute sagt.

Standort für Standort, nicht im Schnitt

Welches Modell sich rechnet, ist eine Frage pro Standort, nicht pro Netzwerk. Ein Standort mitten in der Stadt mit grossen Bestellungen und kurzen Wegen kommt mit eigener Lieferung eher auf seine Rechnung als einer am Stadtrand. Die vollständige Rechnung mit Aktionen, Werbung und Zubereitungszeit steht im Artikel Was von einer Bestellung wirklich übrig bleibt. Was Just Eat verlangt und was davon belegt ist, zeigt der Artikel zur Just Eat Provision in der Schweiz. Im Marktplatz-Audit rechnen wir das für jeden Ihrer Standorte und jede Plattform mit Ihren eigenen Verträgen.

Quellen

Häufige Fragen

Wie viel Provision nimmt Uber Eats in der Schweiz?

Laut der Schweizer Preisseite von Uber Eats 32 Prozent pro Bestellung, wenn Kuriere von Uber liefern, und 15 Prozent bei eigener Lieferung oder Abholung. Bei Bestellungen von Uber-One-Mitgliedern gelten 35 beziehungsweise 13 Prozent. Dazu kommt einmalig eine Aktivierungsgebühr von CHF 600.

Was ist in der Aktivierungsgebühr enthalten?

Tablet, Drucker, Menüerstellung, professionelle Fotos, Fensterkleber, ein Willkommenspaket und eine Schulung per Telefon. Wer auf einzelne Leistungen verzichtet, zahlt laut Uber weniger.

Lohnt sich eigene Lieferung bei Uber Eats?

Wenn sie pro Bestellung weniger kostet als 17 Prozent des Bestellwerts, bei CHF 42 also weniger als CHF 7.15. Darüber ist das Modell Hell günstiger. Die Antwort ist je Standort verschieden, weil Bestellwert und Lieferdichte verschieden sind.

Ist Uber Eats teurer als Just Eat?

Bei Lieferung durch die Plattform liegen die Sätze nahe beieinander: 32 Prozent bei Uber Eats laut Preisseite, bis zu 30 Prozent bei Just Eat laut Berichten von 2020 und 2021. Just Eat veröffentlicht keine aktuellen Sätze, ein genauer Vergleich geht nur mit beiden Verträgen. Mehr dazu im Artikel zur Just Eat Provision.

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