Just Eat Provision Schweiz 2026: was Restaurants pro Bestellung wirklich zahlen
Just Eat, bis Mai 2021 eat.ch, verbindet in der Schweiz nach eigenen Angaben rund 7'000 Anbieter mit 1,5 Millionen aktiven Kundinnen und Kunden (Stand Mai 2025). Eine öffentliche Preisliste für Restaurants gibt es nicht, die Provision steht im einzelnen Vertrag. Belegt sind trotzdem Spannen: rund 11 bis 18 Prozent des Bestellwerts, wenn das Restaurant selbst liefert, und bis zu 30 Prozent, wenn Just Eat liefert. Dieser Artikel zeigt, woher diese Zahlen stammen, was in der Provision steckt und wie Sie ausrechnen, welches Liefermodell pro Bestellung mehr übrig lässt.

Was öffentlich belegt ist
Die Zahlen stammen aus Medienberichten, in denen Restaurants ihre Konditionen offengelegt haben, und aus Aussagen von Just Eat selbst. Sie sind mehrere Jahre alt. Neuere Angaben zur Provision haben wir bis Oktober 2026 nicht gefunden, und Just Eat nennt die Sätze in seinen Medienmitteilungen nicht.
Die Tabelle zeigt die Provision in Prozent des Bestellwerts: in der Mitte, wenn Sie selbst liefern, rechts, wenn Just Eat liefert.
| Quelle | Sie liefern | Just Eat |
|---|---|---|
| SRF News, Mai 2020 | 11 bis 18 % | bis 30 % |
| Nau.ch nach Saldo, März 2021 | rund 10 % | rund 30 % |
| Beobachter, März 2021 | bis 13 % | knapp ein Drittel |
Der damalige Geschäftsführer bestätigte gegenüber SRF eine Provision im tiefen zweistelligen Bereich. Zwei Dinge fallen auf. Erstens hängt der Satz vor allem davon ab, wer liefert. Zweitens liegen alle Angaben, die Restaurants öffentlich gemacht haben, in einem engen Band. Für die Planung heisst das: Rechnen Sie mit Ihrem Vertrag und nehmen Sie die Spannen nur als Plausibilitätsprüfung. Liegt Ihr Satz deutlich darüber, lohnt sich das Gespräch mit Just Eat.
Was in der Provision steckt und was nicht
Just Eat, damals noch eat.ch, begründete die Provision 2021 gegenüber Saldo mit Marketing, Werbung und dem Betrieb der Plattform. Liefert Just Eat, ist der Kurier dabei. Just Eat arbeitet mit angestellten Kurieren, und der Schweiz-Chef sagte im Oktober 2026 zu watson, das Modell sei dadurch teurer als bei der Konkurrenz.
Nicht in der Provision stecken die Kosten, die bei Ihnen bleiben:
- Wareneinsatz und Verpackung. Bei Lieferbestellungen oft höher als im Lokal, weil Portionen, Beilagen und Boxen dazukommen.
- Aktionen. Rabatte und Gratislieferung, soweit Ihr Vertrag sie Ihnen zuweist.
- Werbung auf der Plattform. Gesponserte Platzierungen kosten zusätzlich, wenn Sie sie buchen.
- Einmalige und feste Kosten. 2020 berichteten Restaurants gegenüber SRF von CHF 300 bis 600 einmalig und CHF 20 pro Monat für Tablet und Drucker.
- Mehrwertsteuer. Klären Sie, ob der Satz auf den Bestellwert mit oder ohne Mehrwertsteuer gerechnet wird und ob auf die Provision selbst Mehrwertsteuer dazukommt.
Dazu kommt eine Preisfrage. Just Eat wirbt bei Gästen mit einer Preisgarantie. Laut K-Tipp bezieht sie sich auf die Preise, die ein Restaurant für seine eigene Lieferung verlangt, nicht auf die Preise im Lokal (Blick, April 2024). Prüfen Sie deshalb im Vertrag, ob Ihre Preise auf Just Eat und bei der eigenen Lieferung gleich sein müssen.
Die Rechnung pro Bestellung
Hinter der Provision steht fast immer dieselbe Entscheidung: Liefert das Restaurant selbst, oder liefert Just Eat? Die Rechnung unten zeigt beide Fälle mit denselben Werten. Die Provisionssätze liegen in den belegten Spannen, alle übrigen Zahlen sind Beispielwerte. Die eigene Lieferung ist mit einem Fahrer zu CHF 32 pro Stunde inklusive Nebenkosten gerechnet, rund vier Lieferungen pro Stunde, dazu Fahrzeug und Leerzeit.
| CHF pro Bestellung | Sie liefern | Just Eat |
|---|---|---|
| Bestellwert | 42.00 | 42.00 |
| Provision, 14 % und 30 % | 5.90 | 12.60 |
| Eigene Lieferung | 9.00 | 0.00 |
| Wareneinsatz, 30 % | 12.60 | 12.60 |
| Verpackung | 1.80 | 1.80 |
| Bleibt | 12.70 | 15.00 |
Bleibt heisst hier: was vor Zubereitung, Aktionen, Werbung und Fixkosten übrig ist.
Der Unterschied zwischen 14 und 30 Prozent Provision beträgt bei CHF 42 Bestellwert CHF 6.70. So viel darf die eigene Lieferung pro Bestellung höchstens kosten, damit sie sich lohnt. Im Beispiel kostet sie CHF 9.00, also lässt die Lieferung durch Just Eat CHF 2.30 mehr übrig.
Die Rechnung kippt mit zwei Grössen. Mit dem Bestellwert: Bei CHF 70 beträgt derselbe Unterschied CHF 11.20, die eigene Lieferung zu CHF 9.00 rechnet sich dann. Und mit der Dichte: Schafft ein Fahrer in der Stosszeit fünf statt drei Lieferungen pro Stunde, sinken die Kosten pro Lieferung von rund CHF 11.70 auf CHF 7.40. Deshalb gibt es keine allgemeine Antwort, nur eine pro Standort. In einem dichten Quartier mit hohem Bestellwert liefert das Restaurant günstiger selbst, am Stadtrand mit kleinen Bestellungen meist Just Eat.
Sechs Punkte für die Vertragsprüfung
- Satz je Liefermodell. Eigene Lieferung, Lieferung durch Just Eat und Abholung, jeder Satz schriftlich.
- Bemessungsgrundlage. Bestellwert mit oder ohne Mehrwertsteuer, vor oder nach Rabatten.
- Einmalige und feste Kosten. Aufschaltgebühr, Gerätemiete und was davon heute noch gilt.
- Preisregeln. Ob Ihre Preise auf Just Eat und bei der eigenen Lieferung gleich sein müssen.
- Aktionen und Werbung. Wer Rabatte trägt, was gesponserte Platzierungen kosten und wie sie abgerechnet werden.
- Laufzeit und Kündigung. Frist, Form und was mit Geräten und Daten danach geschieht.
Standort für Standort, nicht im Schnitt
Ein Netzwerk mit mehreren Standorten hat selten ein einziges richtiges Liefermodell. Bestellwert, Lieferdichte und Küchenkapazität unterscheiden sich von Quartier zu Quartier, und damit auch die Antwort. Die vollständige Rechnung mit Aktionen, Werbung und Zubereitungszeit steht im Artikel Was von einer Bestellung wirklich übrig bleibt. Wie die Gebühren bei der zweiten grossen Plattform aussehen, zeigt der Artikel zur Uber Eats Provision in der Schweiz. Im Marktplatz-Audit rechnen wir das für jeden Ihrer Standorte und jede Plattform mit Ihren eigenen Verträgen.
Quellen
- SRF News, 31.05.2020: Lieferdienste im Aufwind. Provision, Aufschaltgebühr, Tablet.
- Nau.ch nach Saldo, 03.03.2021. Provision bei eigener Lieferung und mit Kurier, Begründung von eat.ch.
- Beobachter, 26.03.2021. Provision bis 13 Prozent, knapp ein Drittel mit Kurier.
- Horizont, 19.05.2021. Aus eat.ch wird Just Eat.
- Blick nach K-Tipp, 11.04.2024. Preisgarantie.
- Just Eat, Medienmitteilung vom 12.05.2025. Anbieter und aktive Kunden.
- watson, 11.10.2026. Interview mit dem Schweiz-Chef von Just Eat.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Provision von Just Eat in der Schweiz?
Öffentlich belegt sind rund 11 bis 18 Prozent des Bestellwerts, wenn das Restaurant selbst liefert, und bis zu 30 Prozent, wenn Just Eat liefert. Die Zahlen stammen aus Berichten von 2020 und 2021. Eine aktuelle Preisliste veröffentlicht Just Eat nicht, massgebend ist Ihr Vertrag.
Ist eat.ch dasselbe wie Just Eat?
Ja. eat.ch heisst seit dem 19. Mai 2021 Just Eat und gehört zur Gruppe Just Eat Takeaway.com.
Lohnt sich eigene Lieferung auf Just Eat?
Nur wenn sie pro Bestellung weniger kostet als der Unterschied der beiden Provisionssätze. Bei 14 und 30 Prozent und CHF 42 Bestellwert sind das CHF 6.70. Ob ein Standort darunter kommt, hängt von Bestellwert und Lieferdichte ab, deshalb gehört die Rechnung zu jedem Standort einzeln.
Was kostet der Einstieg bei Just Eat?
2020 berichteten Restaurants gegenüber SRF von einer einmaligen Gebühr zwischen CHF 300 und 600 und CHF 20 Miete pro Monat für Tablet und Drucker. Ob und in welcher Höhe das heute gilt, steht in der Offerte von Just Eat.
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